Warum wir kein Startup sind.

SchimmelManchmal glauben Menschen wir sind ein Startup. Aber was ist ein Startup überhaupt? Die Wikipedia beginnt schon aufschlussreich: “[Startup ist ein] recht neuer Begriff, der ein junges Unternehmen bezeichnet, das durch zwei Besonderheiten gekennzeichnet wird: Es hat eine innovative Geschäftsidee bzw. Problemlösung – und die Unternehmensgründung erfolgt mit dem Ziel, schnell zu wachsen und einen hohen Wert zu erreichen.

Hier werden gleich zwei zusammenhängende und höchst problematische Verhaltensweisen ins Zentrum gestellt.

Startups müssen schnell wachsen

Die disruptive Idee muss skalieren, sonst ist sie es nicht. Allerdings leben wir in einer endlichen Welt, einer Petrischale mit begrenztem Ressourcenangebot. Wir müssen also nachdenken was “skalieren” bedeutet und welche Art von Wachstum wir haben wollen. Wünschenswertes Wachstum ist ein Wachstum durch Zellteilung, das eine unabhängige Diversifizierung der einzelnen Zellen ermöglicht. So kann das Gesamtsystem kreativ mit Begrenzungen und ä

Änderungen der Rahmenbedingungen umgehen. Das Wachstum von Startups wird aber durch ihre zweite Eigenschaft diktiert.

Startups müssen einen “hohen Wert” erreichen

Ein hoher Wert kann in der derzeitigen Gesellschaft nur durch einen teilweisen oder vollständigen Verkauf des Unternehmens erreicht werden. Dies bedeutet, dass es Käufer*innen geben muss die bereit sind diesen hohen Wert zu bezahlen. Und dies wiederum ist in der Regel nur dann der Fall wenn das Startup ein zentralisiertes, exponentielles Umsatz-, Kund*innenzahl- und manchmal auch Gewinnwachstum erzielt. Nur dann ist es für potentielle Käufer*innen interessant.

Dieses Wachstum führt aber fast automatisch zu Organisationen die für all die problematischen Entwicklungen die wir heute beobachten verantwortlich sind. Ressourcenverschwendung, Verletzung grundlegender arbeitsrechtlicher Standards oder die Einschränkung möglicher Innovationen durch unangemessene Regelungen für geistiges Eigentum sind nebeneffekte dieses Wachstumszwangs.

Was nun?

Lasst uns anstelle der pathologischen Startups lieber konviviale* Organisationen aufbauen. Organisationen, die allen Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Organisationen, die nicht exponentiell sondern durch autonome Zellteilung wachsen. Organisationen, die die Bedürfnisse ihrer unmittelbaren Umgebung und ihrer Kund*innen genauso mit einbeziehen wie die Bedürfnisse ihrer Eigentümer*innen. Organisationen, die von jenen besessen werden die sie betreffen.

Dazu könnt ihr euch diesen Vortrag “Beyond the Clouds” (unten) von Aral Balkan anschauen oder ein sehr tolles Interview im Boss Level Podcast anhören: „Aral Balkan and ethical design„.

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